100 Kilometer entfernt von Messina, direkt an der sizilianischen Küste,
wartet auf Luise und Clemens ein einsam gelegenes Haus. Dort, in der Fremde, wird sich entscheiden,
ob es für sie eine Zukunft gibt:
Clemens ist krank, ohne Hoffnung auf Heilung, und dennoch entschlossen, Luise glücklich zu machen …
Siziliens archaische Landschaft und Städte bilden die Szenerie einer Liebesgeschichte, die in poetischen Bildern an die verletzliche Schönheit des Lebens erinnert.

Die verletzliche Schönheit des Lebens „ist (…) auch eine Geschichte gegen den wild rotierenden Zeitgeist, das Unerbittliche und Gnadenlose, das unsere Gesellschaft immer stärker zu prägen scheint. Und eine Liebesgeschichte scheinbar aus einer Welt, die es nicht (mehr) gibt. Und gleichzeitig ist es ein Plädoyer, sich dieser Welt wieder zu erinnern, das Leben zuzulassen wie die Liebe. Und dabei vielleicht auch zutiefst verletzlich zu werden. Was wir natürlich nur können, wenn wir den Menschen, denen wir uns anvertrauen, auch selbst zutiefst vertrauen.“
Ralf Julke, Leipziger Zeitung, 09.12.2024

„Wir erreichten das Haus in Capo d’Orlando erst in der Dunkelheit. Die Küste lag unter jener violetten Lasur verborgen, die im Süden die Nacht überlagert und den Dingen ein Leuchten verleiht. Was sich dort inszeniert, ist dem Norden fremd. Der Norden kennt keine Farben, die gegen die Finsternis rebellieren. Ich dachte an Georg Heym. Umbra vitae, das Leben lag abseits, im Schatten, umgeben von Dunkelheit. Leise rumorte die Brandung, die Küste war nah, ich schmeckte die salzige Gischt auf den Lippen. Gläserne Stille umgab unsere Ankunft. Schweigen und Atmen und Müdigkeit. Sizilien hieß uns willkommen.“
Michael Haas, Die verletzliche Schönheit des Lebens