„Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass das politische Buch wie ein Seismograf ist…“ Romanankündigung für Juli 2021

Michael Haas: Kritische Masse. Ein Parlamentsroman

Mit einem Vorwort von Oliver Schmale

David Davidson, der tragikomische Held des Romans, ist von sich selbst überrascht, als er im Sternheimer Landtag strandet. Das Hohe Haus in der Provinz war nichts, das ihn lockte.

Was er dort als Pressesprecher sieht und erlebt, beraubt ihn der Illusion, das Parlament sei mehr als schlechtes Theater.

Egozentrik, kaltes Kalkül und ein blindes Streben nach Macht beherrschen das Leben der Parlamentarier. Die Interessen der Bürgerinnen und Bürger? Mittel zum Zweck, eine lästige Bagatelle.

„Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass das politische Buch wie ein Seismograf ist. Es nimmt fast unmerklich etwas auf, was unter der Oberfläche grummelt: Das Leben der Mächtigen und solcher, die es werden wollen. Komme, was wolle. Um jeden Preis.

Oliver Schmale, freier Journalist

„Kritische Masse“ erscheint im Juli 2021
und kann bereits vorbestellt werden
im Verlagsshop der Edition Outbird

oder auch bei Thalia, Osiander u. a.

Bestellhinweis

Auszug aus dem Vorwort

von Oliver Schmale

Literatur ist ein langsames Medium. Bis gesellschaftliche Ereignisse in Worte verpackt werden, kann es oftmals dauern. Ganz besonders, wenn Bücher politische Themen behandeln. Politische Bücher gibt es viele. Aber nicht alle sind fesselnd und gut. Politische Romane werfen einen Blick über den Tellerrand, regen zum Nachdenken an, sind teils witzig, teils tragisch, teils fiktional, teils auf wahren Begebenheiten beruhend. Der Roman „Kritische Masse“ von Michael Haas ist rein fiktional und sehr lebendig und ansprechend geschrieben.

Die pointierte Analyse steht hier nicht im Vordergrund. Aber schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass das politische Buch wie ein Seismograf ist. Es nimmt fast unmerklich etwas auf, was unter der Oberfläche grummelt: Das Leben der Mächtigen und solcher, die es werden wollen. Komme, was wolle. Um jeden Preis. Ein Leben, in denen auch Satyrn eine Rolle spielen, dämonenhaft zügellos, widerlich und abstoßend. Und immer wieder ein Leben jenseits der Moral, geprägt von Gier, Neid, Bosheiten. Wer hätte es gedacht: einfach asozial.

Die Welt, die es draußen vorzufinden gibt, spiegelt sich auch im Kleinen wider, mit allen Facetten, hier im vorgeblichen Landeszentrum der Macht in Sternheim, das der Romanschreiber äußerst geschickt und mitreißend in seiner sprachlich geschliffenen und angenehm intellektuellen Art, Schicht um Schicht, entlarvt und freilegt. (…)

„Die Welt, die es draußen vorzufinden gibt,
spiegelt sich auch im Kleinen wider, mit allen Facetten,
hier im vorgeblichen Landeszentrum der Macht in Sternheim,
das der Romanschreiber äußerst geschickt und mitreißend
in seiner sprachlich geschliffenen und angenehm intellektuellen Art,
Schicht um Schicht, entlarvt und freilegt.“ 

Oliver Schmale
freier Journalist

„Politik, als Schaubühne der Staatskunst verstanden, ist vielleicht, mehr noch als jeder Parlamentsroman, ein absurdes literarisches Abenteuer, in dem sich alle Akteure und Themen zu einer dadaistischen Parodie vereinen.

Der Dadaismus des politischen Alltags aber besteht aus flüchtigen Episoden, Szenen und Anekdoten, an die sich in der Regel niemand länger als eine Woche erinnert. Wer in semantischen Wüsten lebt, kennt nur Vergängnis, keine Vergangenheit.

Vielleicht sehnen wir uns deswegen – in diesen erschreckenden Zeiten der Pandemie mehr noch als sonst – nach charakterstarken, integren Politikerinnen und Politikern, an die zu erinnern sich lohnt. „Der größte Staatsmann ist derjenige, der am humansten ist“, sagt Anselm Feuerbach, und wer wollte ihm widersprechen?“

Michael Haas, Kritische Masse

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